Der Rupert war ein schlauer Heiliger

Er prangt kunstvoll über dem kleinen Gastgarten direkt vor dem Eingang der Therme, der Heilige Rupert, Namensgeber der Rupertustherme. Künstlerisch hat ‚Angerer der Jüngere‘ den katholischen Heiligen, einst ausgesandt vom Bayernherzog Theodo in Regensburg zur kirchlichen Mission, in Szene gesetzt. Bis heute ist der ‚Apostel der Baiern‘ aber eher mit der Geschichte Salzburgs verbunden. Geht die Gründung des Domes und die Errichtung eines ersten Klosters in Salzburg doch auf ihn zurück.

Seine hochadelige Herkunft und das Geschick der katholischen Kirche mit ihren Vernetzungen und den Anspruch nach weltlicher Macht ließen Rupert zuerst nach möglichen Geldquellen für sein ehrgeiziges Vorhaben suchen. Und hier kommt Reichenhall ins Spiel, denn die dort bekannten Solevorkommen weckten Begehrlichkeiten. So sicherte sich der Kirchenmann gleich ein Drittel der Einnahmen aus dem Handel mit der Sole und hatte so eine solide wirtschaftliche Basis für seine Arbeit.

Ihn aber gleich zum „Entdecker der Solequellen“ zu erheben ist zuviel der Ehre. Auch wenn er von dem Künstler Angerer dem Jüngeren eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde. Mit dem Bischofsstab – in Anlehnung an den Stab Mose in der Wüste – schlägt er den Boden und kraftvoll tritt die Sole zutage. Sie dürfte im Reichenhaller Talbecken aber bereits von den Römern und Kelten genutzt worden sein. Sie war über Jahrhunderte hinweg das ‚Weiße Gold‘ der Alpen und es gebührt ihr ganz zu Recht ein ehrendes Andenken, zumal sie uns in der Rupertustherme zu einer Quelle unseres Wohlbefindens wird, wenn sie sanft unsere Haut streichelt.

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